Figurentheater LILARUM

Ein Theater lebt nicht vom Applaus allein. Aber schon auch. Jedenfalls insofern, als die Leute auch Geld dafür bezahlen, dass sie dann etwas zu klatschen haben. Eintrittsgelder und Applaus sind also der Zweikomponentenkleber des Theaterbetriebs. Von Subventionen, Sponsorings etc. mal großzügig abgesehen, aber die kriegen die meisten Bühnen im Endeffekt ja auch nur dann, wenn möglichst viel Publikum angemessen viel Geld dafür bezahlt, zum Schluss applaudieren zu dürfen.

Und damit das so ist, tut das Theaterbüro natürlich sehr viel nachdenken, wie man es dem Publikum noch angenehmer machen könnte. Als Beispiel sei unsere neue Sitzordnung mit den markierten exklusiven Kindersesseln erwähnt, die wir letzte Woche „installiert“ haben. Wir hoffen, dass sich die Sichtverhältnisse in unserem Theatersaal durch diese Maßnahme für alle BesucherInnen deutlich verbessern. Und – wenn es auch nicht vordergründig ist – sollte sich daraus ein positiver Effekt auf die „Erlöse aus Kartenverkauf“ ergeben, wird uns das bestimmt nicht stören.

Wie auch immer, ein Teil dieser Erlöse wird künftig recht schnell wieder flöten gehen. Es ist nämlich so, dass auch die Banken immer sehr viel nachdenken tun, wie sie sich an den Einnahmen ihrer (Geschäfts-) Kunden noch mehr beteiligen können. Die BAWAG zum Beispiel wird sich ab 1. Januar das maschinelle Zählen der Münzen mit dem bescheidenen Betrag von 2 Cent pro Münze entlohnen lassen. In Gedanken spielt sich das so: Wir bringen die Einnahmen des Wochenendes zur Bank, schmeißen die Münzen in die SB-Maschine. 2 Cent Münzen sortieren wir allerdings vorher aus, sie sind wertlos geworden. Ebenfalls weg kommen freilich die 1 Cent Münzen, denn wir wollen nicht fürs Einzahlen 1 Cent pro Münze zahlen. Alle anderen Münzen sind am Ende einfach 2 Cent pro Stück weniger Wert. Als einfaches Beispiel: Von 500 Stück 1 Euro Münzen bleiben nach Zählung und Einzahlung auf das Konto nur 490 Stück übrig. Oder allgemeiner: 500 Münzen zählen, 10 Euro bezahlen. Das Dankeschön bleibt da schon ein bissl im Hals stecken, oder?

Aber eh alles halb so schlimm. Auf Nachfrage hat die BAWAG – gebührenmäßig schon ganz Post – eine einfache Lösung parat: Münzen abzählen und in Mengen kleiner 250 Stück zählen, dann kostet’s nix. Gut, dass der Tag für Klein- und Mittelunternehmer um das entscheidende Stückchen länger ist! Und was denkt eigentlich die Frau Finanzminister darüber, dass die Banken schnell mal ein offizielles Zahlungsmittel entwerten?! Sollen wir unser Publikum bitten, künftig nur noch mit Scheinen zu bezahlen? Mal im Ernst, Frau BM, Sie als Frau vom Fach: Was machen wir jetzt mit unserem Schotter?

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Moritz’ Büro behandelt aktuelle Themen, Trends und Entwicklungen in der Kinderkultur- und Figurentheaterszene Wiens und Österreichs, sowie Gedanken zu Papa-, Familien- und Arbeitsleben. Es handelt sich dabei ausdrücklich um die Privatmeinung von Andreas Moritz. Feedback und Diskussion zu den veröffentlichten Beiträgen ist erwünscht und sowohl via Kommentarfunktion als auch per E-Mail möglich: andreas.moritz@lilarum.at

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